Hamburg

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Im April 1988, nach vier Jahren Wartezeit und 18 Monate vor dem Fall der Berliner Mauer, wurde Linde Hartmanns Antrag auf Ausbürgerung aus der DDR und Übersiedlung nach Hamburg stattgegeben.

Der Wechsel aus der gesellschaftlich aufgeladenen Atmosphäre des Umbruchs in Leipzig in die gesetzte Hansestadt Hamburg, der Wegfall der unmittelbaren Konfrontation und die Vielzahl der Möglichkeiten führen zu einer Phase der Suche nach einer neuen künstlerischen Position. Zeitweise tritt die Malerei dabei gegenüber anderen Arbeitsfeldern in den Hintergrund. In dieser Zeit werden viele Bilder verworfen und übermalt oder zerstört.


Die andauernde Veränderung und Übermalung immer der gleichen Bilder führt dabei sukzessive zu einer neuen Arbeitsweise. Auch wenn Elemente des früheren expressiven Malstils und der Einsatz von Zeichnung in der Malerei in einzelnen Bildern erhalten bleiben, ist der Grundtenor ein anderer. Die Palette erweitert sich. Eine Fragestellung wird aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet und untersucht. Unterschiedliche Betrachtungsweisen und Umsetzungen werden nun ausdrücklich zugelassen, ja in den Vordergrund gestellt und lustvoll ausgeschöpft. Von Interesse ist dabei nicht die Entwicklung einer dem Sujet aufgezwungenen individuellen Stilistik sondern das Ausloten der Vielzahl der im Thema verborgenen Möglichkeiten.


Ansgar van Zeul 2006


>> Bilder 1988 – 2006